DESIGN & TREND

Materialversuch 2: Washi eröffnet einen neuen Kreislauf für nachhaltiges Design - Upcycling von Schuhabfällen mit TOPPAN und New Balance

2025/12/09

Washi (Japanpapier), ein in Japan traditionell geschätztes Material, gewinnt aufgrund seiner einzigartigen Textur und Eigenschaften in verschiedenen Bereichen, darunter Mode und Inneneinrichtung, wieder an Aufmerksamkeit.

TOPPAN führt den "Material Trial" durch, ein experimentelles Projekt, das sich der Erforschung neuer Möglichkeiten für Baumaterialien durch die Zusammenarbeit mit Designern aus verschiedenen Genres widmet.  Im jüngsten Versuch hat TOPPAN zusammen mit dem Grafikdesigner Yoshihisa Tanaka ein neuartiges Material auf Washi-Basis entwickelt, das anschließend für ein großes Projekt mit New Balance verwendet wurde.  Bei diesem Projekt, das unter dem Motto Upcycling" stand, wurde das Washi-Material in Schuhkomponenten und architektonische Raumgestaltungen integriert.  Die daraus resultierenden Experimente und Ausstellungen zielten darauf ab, das herkömmliche Bild von japanischem Papier deutlich zu verändern.

Wir befragten Herr Tanaka über den Hintergrund des New Balance-Projekts, den kreativen Prozess und seine Zukunftsvision, beginnend mit den ersten Material Trial-Initiativen.

Washi neu denken: Vom Kunsthandwerk zum zukunftsweisenden nachhaltigen Material

Herr Tanakas anfängliches Interesse an Papier, das durch seine Arbeit im Bereich der Printmedien ausgelöst wurde, entwickelte sich zu einer Erkundung "des Wesens des Papiers selbst", insbesondere als die digitalen Medien dominierten.  Seine umfangreichen Recherchen ergaben, dass Washi trotz seines starken handwerklichen Images eine einzigartige, oft übersehene Funktionalität und Materialstärke besitzt.  Er kam zu dem Schluss, dass ein moderner Umgang mit Washi die Bedeutung von Papier in einer neuen, nachhaltigen Ära sichern könnte.

Upcycling von Schuhabfällen: Eine Partnerschaft mit New Balance

Seit 2020 wird Herr Tanaka hat mit dem TOKYO DESIGN STUDIO New Balance zusammengearbeitet, um innovative und nachhaltige Schuhproduktion zu erforschen.  Diese Partnerschaft führte dazu, dass der Schwerpunkt auf der Kombination von Washi mit Schuhendmaterialien (Resten) lag.  Aufgrund der hohen Anforderungen an die Festigkeit von Schuhen erforderte die Materialentwicklung zwei umfangreiche F&E-Phasen - Forschung und Experimente - um das Papier strukturell zu integrieren.

Versuch 1 & 2: Materialentwicklung und Innovation im Verwendungszyklus

Im ersten Versuch wurden verschiedene Schuhabfälle wie Wildleder und Leder erfolgreich in Fasern zurückverwandelt.  Diese Fasern wurden dann mit Washi kombiniert, um neue Bögen für Schuhmuster sowie wichtige Komponenten wie Schuhkartons und Schnürsenkel herzustellen.  Der Schuhkarton wurde mit einer strapazierfähigen dreischichtigen Struktur mit einer Washi-Oberflächenschicht für den praktischen Einsatz entwickelt.

Bei der zweiten Studie wurde der Schwerpunkt auf den Konsumzyklus der Nutzer gelegt.  Zur Förderung von Langlebigkeit und Reparaturen wurde ein Reinigungsservice in den Geschäften eingeführt, bei dem die Kunden ihre gereinigten New Balance-Schuhe in den speziell angefertigten Washi-Schuhkartons zurückgeben konnten.  Dies war ein bewusster Schritt, um das Nutzerverhalten und das Produkt selbst zu aktualisieren.

Der dritte Versuch: Entwerfen von Schuhwerk für Papier

In der dritten und letzten Ausstellung wurde ein völlig neues Paar Schuhe fertig gestellt.  Im Gegensatz zu typischen Schuhen, die aus Dutzenden von Stoffmustern zusammengesetzt sind, wurde bei diesem Design ein einziges Muster auf Washi-Basis verwendet, um die Eigenschaften des Papiers zu maximieren.  Strukturelle Merkmale, wie z. B. die Fersenfestigkeit, wurden durch Falten des Materials erreicht - eine Technik, die nur durch Papier möglich ist.  Dieser Ansatz zeigte, dass die Bedeutung des Materials untrennbar mit dem Design und der Struktur verbunden sein kann.

Washi in der Architektur: Die TOPPAN-Kollaboration

Die Partnerschaft mit TOPPAN konzentrierte sich speziell auf das Potenzial von Washi als Baumaterial.  Die Zusammenarbeit konzentrierte sich auf die Gestaltung einer temporären Fassade und die Einrichtung von Verkaufsräumen.

Dieser Prozess umfasste eine strenge Materialauswahl, das Experimentieren mit Zusatzstoffen wie Erde und die Entwicklung von Beschichtungstechniken, um die Wasserabweisung für Außenanwendungen zu gewährleisten.  Für die Sitzgelegenheiten in den Geschäften wurde Papierkordel, ein gängiges Material für die Stuhlherstellung, verwendet.  Das Team suchte nach einem empfindlichen Gleichgewicht: Es sollte die Funktionalität und Festigkeit erhöhen, ohne die einzigartigen Eigenschaften des Papiers - seine Leichtigkeit, seine visuelle Textur und seine weiche Haptik - zu opfern.  Die endgültige Papierfassade hielt während der einmonatigen Ausstellung im Freien vier Taifunen stand und stellte die herkömmlichen Vorstellungen von diesem Material auf drastische Weise in Frage.

 

Der Ausblick auf die Zukunft: Tragbare Architektur und die Macht des Designs

Herr Tanaka betont, dass die Zukunft der Materialinnovation davon abhängt, dass die Kluft zwischen Entwicklung und praktischer Umsetzung überbrückt wird.  Hier spielt das Design eine entscheidende Rolle: Es geht nicht nur um die Funktion, sondern auch darum, die menschliche Sensibilität anzusprechen und die Fähigkeiten des Materials zu bereichern.

Für die Zukunft wird angestrebt, die Anwendungsmöglichkeiten des Materials zu erweitern und möglicherweise leichte, tragbare temporäre Architekturen - wie etwa eine Zeltmembran - zu schaffen, die leicht transportiert und eingesetzt werden können.  Er hofft, die Tests im Freien über mehrere Wochen bis Monate fortsetzen zu können.  Ziel des "Material Trial" ist es, neue Ideen zu entwickeln, indem die verborgene Kraft alltäglicher Materialien aufgedeckt wird, um so eine Grundlage für eine nachhaltige Produktion und Lebensweise zu schaffen.

Interviewer: Yoshiko Kurata / Fotograf: Shota Kobayashi

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